3. Quartal - Gute Ausgangslage für den Herbst und Winter
Der Holzmarkt in Oberfranken zeigt sich Mitte September 2026 weiterhin auf einem erfreulichen Niveau. Vor allem frisches Kiefern- und Fichtenstammholz ist gefragt, während das Angebot an Rundholz insgesamt begrenzt bleibt. Für Waldbesitzende ergeben sich damit gute Möglichkeiten, geplante Holzeinschläge und Durchforstungen wirtschaftlich umzusetzen.
Fichte bleibt das wichtigste Sortiment
Derzeit liegen die aktuellen Preise für Fichtenstammholz im Leitsortiment 2b+ BC im Schnitt bei 120 €/fm. Auch frische Kiefer 2b+ BC kann bei bis zu 88€/fm gut vermarket werden. Im Bereich der Palette hat sich eine gewisse Marktsättigung eingestellt. Hier müssen die Holzverkäufer mit kleineren Preisrücknahmen leben. Das Nadelindustrieholz profitiert aktuell weiterhin von hoher Nachfrage und guten Preisen.
Der Laubholzmarkt ist aktuell zweigeteilt: Eiche ist weiterhin gefragt und erzielt bei guten Qualitäten hohe Preise; bei Buche und manchen anderen Laubhölzern ist die Nachfrage deutlich verhaltener. Esche auch diese Saison weiterhin gesucht.
Sägeindustrie: vorsichtiger, aber weiterhin aufnahmefähig
Die Lage in der Sägeindustrie ist derzeit etwas differenzierter. Nach der außergewöhnlich starken Rundholznachfrage zu Beginn des Jahres haben die Sägewerke ihre Einkaufsmengen teilweise zurückgenommen. Gleichzeitig sind die Schnittholzlager bei vielen Betrieben gut gefüllt und die schwache Baukonjunktur sorgt weiterhin für keine schnelle Besserung der Situation.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die Sägeindustrie keinen Bedarf an Rundholz hätte. Vielmehr agieren die Werke derzeit umsichtiger und stärker auftragsbezogen. Die Lage der Sägeindustrie bleibt weiterhin angespannt. Die anhaltend schwache Baukonjunktur in Deutschland, hohe Energie- und Produktionskosten sowie ein schwieriges Exportumfeld belasten viele Betriebe. Trotz der verbesserten Rundholzversorgung wird daher weiterhin vorsichtig eingekauft und die Verträge haben kürzere Laufzeiten.
Ausblick auf die kommenden Monate
Für den Herbst und Winter spricht einiges für einen weiterhin stabilen Holzmarkt. Mit dem Ende der sommerlichen Revisionsphase der Sägewerke dürfte sich die Rundholzabnahme wieder normalisieren. Gleichzeitig bleibt entscheidend, wie sich die Bauwirtschaft und damit der Absatz von Schnittholz entwickeln.
Für Waldbesitzer empfiehlt es sich daher, die kommenden Monate aktiv zu nutzen: geplante Durchforstungen können vorbereitet, Rückegassen angelegt und Bestände für den Wintereinschlag ausgezeichnet werden. Gleichzeitig sollte der eigene Wald regelmäßig auf frische Käfer- oder Trockenschäden kontrolliert werden. Vor Beginn des Einschlags muss unbedingt die gewünschte Sortierung mit der Waldbauernvereinigung abgestimmt werden.
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