Waldbauernvereinigung Coburger Land e.V.
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Säen kann man auch im Wald - Exkursion für Waldbeitzer zum Thema Weißtannen-und Douglasien-Saat

Aus einer Saat hervorgegangene vierjährige Weißtanne im Gemein-dewald Lautertal. Deutlich zu sehen ist die Pfahlwurzel. Diese sorgt dafür, dass der Baum später stabil verankert und gut mit Nährstoffen und Wasser versorgt sein wird.

Coburg/Lichtenfels – „Säen kann man auch im Wald“ lautete das Motto einer Exkursion der Lichtenfelser Forstverwaltung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer aus den Landkreisen Coburg und Lichtenfels. Forstdirektor Oliver Kröner, der Bereichsleiter Forsten des AELF Coburg, freute sich, dass bei der Exkursion auch Manfred Herter und Ralf Keller von der Waldbauernvereinigung Coburger Land sowie Hannes Sonanini und Marcus Weigel von der Waldbesitzervereinigung Lichtenfels-Staffelstein dabei waren.

„Die Natur kennt im Wald keine Pflanzung, sondern nur eine natürliche Verjüngung“, so Kröner. Die Saat von Waldbäumen komme dieser Naturverjüngung am nächsten und habe gegenüber der Pflanzung viele Vorteile. Der wichtigste ist für Kröner, dass sich bei einer Saat die Verjüngungspflanzen ungestört entwickeln können. Bei der Pflanzung von Bäumen lauern für Kröner viele Gefahren, angefangen von der Kappung der Wurzeln beim Ausheben der Pflanzen in der Baumschule, über die unsachgemäße Lagerung der Baumschulpflanzen beim Waldbesitzer bis hin zu unpassenden Pflanzverfahren bei der Pflanzung im Wald. „Wo immer sinnvoll möglich, sollte bei der Verjüngung von Baumarten wie Eiche, Rotbuche, Douglasie oder Weißtanne auch an die Saat gedacht werden“, so Kröner.

Forstrevierleiter Frank Wystrach stellte den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern im Gemeindewald Lautertal eine im März 2013 angelegte Weißtannensaat vor. Mit einem vom Pferd gezogenen Scheibenpflug wurden seinerzeit alle drei Meter Saatstreifen angelegt. Wichtig sei, dass der Mineralboden freigelegt wird, um die Sämlinge mit ausreichend Wasser zu versorgen. In die Pflugstreifen wurden dann von Hand 20 Kilogramm Weißtannen-Samen je Hektar gesät. „Die Samen mussten nicht zugedeckt werden, da sie wegen ihrer Inhaltsstoffe für Mäuse und Vögel unattraktiv sind“, so Wystrach. Allerdings mussten die Tannensämlinge mit einem Wildschutzzaun vor Rehwildverbiss geschützt werden. „Zu Beginn der fünften Vegetationsperiode sind je Hektar noch rund 14.000 Weißtannenpflanzen vorhanden“ stellt Wystrach das Ergebnis von Stichprobenzählungen vor. Das sind fünf Mal so viele wie bei der Pflanzung von Weißtannen üblich sind. Zudem haben sich im Zaun zahlreiche weitere Baumarten wie die Eiche, Birke, Vogelbeere, Fichte, Kiefer und Lärche eingestellt. Die Chancen stehen damit gut, dass sich die Gemeinde Lautertal künftig über einen klimatoleranten Waldbestand mit einem hohen Weißtannen-Anteil freuen kann.

Forstrevierleiter Frank Wystrach (Mitte, kniend) mit Waldbesitzern im Gemeindewald Lautertal inmitten gesäter Douglasien und Fichten, Kiefern und Lärchen aus Naturverjüngung

An einem zweiten Exkursionspunkt stellte Revierförster Frank Wystrach die Douglasien-Plätzesaat vor. Bei dieser fand keine flächige Bodenbearbeitung statt, sondern wurde der Mineralboden von Hand nur an kleineren Stellen freigelegt und wurden dort Samen der nordamerikanischen Gastbaumart Douglasie eingebracht, erläuterte Wystrach. Zusammen mit natürlich eingeflogenen Fichten, Kiefern und Lärchen, sind auf dieser Fläche jetzt vier verschiedene Baumarten vorhanden. „Auch dieser Waldbestand ist für den Klimawandel jetzt deutlich besser gerüstet, als der bisherige“, so Wystrach. (Bildautor Oliver Kröner)

Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die sich über die Bewirtschaftung ihrer Wälder, Verjüngungsverfahren wie Pflanzung oder Saat oder staatliche Fördermöglichkeiten informieren möchten, stehen Frank Wystrach und seine vier Revierförsterkollegen in den Landkreisen Coburg und Lichtenfels für kostenlose Beratungen im Wald zur Verfügung. Die örtlichen Zuständigkeiten und Kontaktdaten finden sich unter:

www.aelf-co.bayern.de

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